Diese Darstellung versucht, die 20 häufigsten Fragen zur 2012 als private Montessorischule für die Primar- und Sekundarstufe I gegründeten HagenSchulen zu beantworten. Natürlich können dabei nicht alle Themen erschöpfend behandelt werden.

Ausführliche Informationen zu diesen Schulen und ihrer Pädagogik erhalten Sie gerne auch im persönlichen Gespräch:
HagenSchule, Lützowstr. 125, 58095 Hagen, Tel. 02331 3400070

FRAGE 1
Welche Kinder werden an der HagenSchule aufgenommen?
Die private HagenSchule steht grundsätzlich allen Kindern offen – unabhängig von Religion, Hautfarbe, Geschlecht und Einkommen der Eltern. Zusätzlich zu einem ausführlichen Elternseminar findet für jedes Kind ein Aufnahmegespräch mit der Schulleitung sowie “Probeunterricht” an der Schule statt.

FRAGE 2
Auf welchen Grundlagen beruht die Pädagogik der HagenSchule?
Die Konzeption der HagenSchule ist von der sogenannten Reformpädagogik – und hier von der Pädagogik Maria Montessoris und des Marchtaler-Plans her bestimmt. Die Reformpädagogik hat das Kind erst entdeckt! Damit schließt die Schule an die großen Gedanken der Reformpädagogen an, wie:

  • vom einzelnen Kinde aus denken,
  • mit allen Sinnen lernen,
  • ganzheitliche Erziehung und Bildung,
  • Freiheit und Verantwortung ausüben.
  • Entwicklungspsychologie Maria Montessoris
  • Erkenntnisse der neueren Psychologie und Gehirnforschung

FRAGE 3
Wie groß sind die Klassen an der HagenSchule und wie setzen sie sich zusammen?
Die Lerngruppen der HagenSchule setzen sich aus maximal 25 Kindern zusammen, die von zwei Pädagogen im Unterricht begleitet werden. Wir sprechen nicht von Jahrgangsklassen, sondern von jahrgangsgemischten Lerngruppen, d.h. Kinder unterschiedlichen Alters lernen gemeinsam miteinander und voneinander. In solchen altersgemischten Arbeitsgemeinschaften finden die Kinder auf natürliche Weise zur Konzentration und üben selbstverständlich soziale Verhaltensweisen ein. Die grundsätzliche erzieherische Bedeutung der Altersmischung liegt in der Ermöglichung und Förderung der Zusammenarbeit der Kinder. In einer eingerichteten altersgemischten Lerngruppe wird der Schüler in jedem Lernstadium ein optimales Angebot an Anreizen und Kooperationsmöglichkeiten für seinen eigenen Lernprozess finden, sowohl unter den Mitschülern als auch in der vorbereiten Lernumgebung. So ist der Weg, auf dem die Schwachen gestärkt werden, der gleiche wie der, auf dem die Starken sich vervollkommnen.

FRAGE 4
Stimmt es, dass es an der HagenSchule keine Noten gibt?
Auch wenn die HagenSchule in der Unter- und Mittelstufe auf Noten verzichtet, begutachten die Pädagogen selbstverständlich alle Schülerarbeiten. Sie lassen es aber nicht bei dürren Noten bewenden, sondern formulieren individuelle Beurteilungen. Die Zeugnissen heißen bei uns Reiseberichte, weil Sie die Lernreise des Kindes dokumentieren. In diesen Reiseberichten gehen die Pädagogen ausführlich auf die Persönlichkeitsentwicklungen und die Lernfortschritte der einzelnen Schüler ein. Die Pädagogik der Hagenschule richtet sich nach den Entwicklungsphasen der Kinder und Jugendlichen. Deshalb ist nicht der Wissensstand, sondern die Gesamtentwicklung des Kindes entscheidend. In den Abschlussklassen 9 und 10 sowie ggf. bei Schulwechsel (z.B. bei Umzug) gibt es ein Ziffernzeugnis.

FRAGE 5
Worin unterscheidet sich die HagenSchule von anderen Schulen?
Die HagenSchule basiert auf der Montessoripädagogik, dem in Baden-Württemberg entwickelten Marchtaler Plan und ist die einzige private Montessorischule für die Primarstufe und Sekundarstufe I mit geplanter Oberstufe in der Region. Die HagenSchule will intellektuelle, kreative, künstlerische, praktische und soziale Fähigkeiten bei den Kindern und Jugendlichen entfalten helfen. In der Grundschule setzt die HagenSchule auf das Englisch- und Spanisch-Lernen nach der Immersionsmethode, also das Lernen durch Hören und Eintauchen in die Sprache im praktischen Alltag. Der gebundene Ganztag ermöglicht dies in einer Form, die optimal auf das einzelne Kind eingehen kann. Gleichzeitig fehlt in der Regelschule auch die Altersmischung über mehr als zwei Jahrgänge weitgehend. Vom ersten Schuljahr an lernen die HagenSchüler zwei Fremdsprachen. Mädchen und Jungen experimentieren, schreiben für die Schülerzeitung, arbeiten im Schulgarten, Schülerladen und weiteren Projekten; sie schneidern, sägen, hämmern und feilen gemeinsam. In der Sekundarstufe I ist Spanisch die zweite Fremdsprache. In der 9. Klasse setzen sich die Schülerinnen und Schüler in einer großen Jahresarbeit mit einem Thema ihrer Wahl in Theorie und Praxis auseinander.

FRAGE 6
Wie werden die Jugendlichen auf die Berufswelt oder das Studium vorbereitet?
Die handwerklichen Fähigkeiten, die sie sich über die gesamte Schulzeit hinweg haben aneignen können, werden von der 7. Klasse an durch mehrere Praktika ergänzt: In einem  Betriebs- und einem Sozialpraktikum erhalten die Schüler eine ausgesprochen lebensnahe Ausbildungsgrundlage. Dabei liegt der Sinn der Praktika nicht nur in der Berufsfindung, sondern auch im Einüben und Stärken sozialer und persönlicher Fähigkeiten. Die Kooperation mit Unternehmen auch in Unterrichtsprojekten bringt zudem die Wirklichkeit des Berufslebens in die Schule. Der Schülerladen und die Schülergenossenschaften sind beispielhaft für das praxisorientierte Arbeiten mit Bezug zur Berufsvorbereitung.
Für die Zeit nach dem mittleren Schulabschluss nach der 10. Klasse mit Oberstufenreife ist derzeit eine Oberstufe in Planung, die in drei Jahren – nach Klasse 13 als G9 – zum Abitur führen wird.

FRAGE 7
Ohne Noten: Sind die Kinder dann überhaupt zum Lernen motiviert?
Kinder wollen lernen, nichts als lernen. Sie wollen selbständig werden und unabhängig von den Erwachsenen. Der Unterricht wird auf die jeweilige Entwicklungsphase der Schüler abgestimmt und sehr lebensnah gestaltet. Initiative entwickeln die Kinder und Jugendlichen von sich aus und nicht aufgrund von äußerem Leistungsdruck.
Eine kompetente Begleitung und Förderung durch die Pädagogen ist selbstverständlich.

FRAGE 8
Ist die Pädagogik der HagenSchule nicht so etwas wie das Vorgaukeln einer heilen Welt? Kommen die Schüler später denn überhaupt mit der harten Realität zurecht?
Die Praxis zeigt, dass gerade die Schüler in Ihrem späteren Berufs- und Ausbildungsleben besonders geschätzt werden, die in ihrer Schule vom ersten Tag an nicht nur intellektuelle Fähigkeiten, sondern Schlüsselqualifikationen erworben haben. Dazu gehören Teamfähigkeit, Kreativität und die Fähigkeit, prozessual zu denken. Gleichzeitig werden die Absolventen der HagenSchule auch im Studium aufgrund ihres zusätzlichen Berufsabschlusses mit einer deutlich besseren Kompetenzbasis sowie erster Berufserfahrung starten als Abiturienten, die eine rein schulische Ausbildung genossen haben.

FRAGE 9
Was ist unter Vernetztem Unterricht zu verstehen?
An der HagenSchule werden Kinder unterrichtet und nicht Fächer. Alle Inhalte des staatlichen Lehrplans werden thematisch in Epochen als so genannte Vernetzte Unterrichtseinheiten dargeboten. Der Vernetzte Unterricht überschreitet die Grenzen der Fächer und lässt mehr perspektivisches Denken zu. „Einzelheiten lehren, bedeutet Verwirrung stiften. Die Beziehung unter den Dingen herstellen, bedeutet Erkenntnisse vermitteln.“ (Maria Montessori) Es gilt die Menschen zu stärken und die Sachen zu klären. Alles hängt mit allem zusammen. Das Gehirn denkt von seiner Anlage her die Themen vernetzt. „Tag für Tag, mindestens zwei Stunden dasselbe Thema: Das gräbt sich ein in die Herzen der Schüler und arbeitet dort, Tag und Nacht.“ (Martin Wagenschein).

FRAGE 10
Die HagenSchule ist eine „freie Schule“. Was bedeutet das?
Die HagenSchule ist aus einer Elterninitiative entstanden und ist daher weitgehend unabhängig. Sie steht allerdings unter der staatlichen Schulaufsicht.
Die HagenSchule vermittelt Verantwortung und Respekt; dafür benötigt sie Autorität auf Basis des christlichen Wertekanons.
Bildung ist immer auch Selbstbildung. Das Kind ist dabei angewiesen auf den Dialog mit den Menschen und Gott.

FRAGE 11
Welche Abschlüsse können an der HagenSchule gemacht werden?
Alle gängigen staatlichen Abschlüsse können absolviert werden:
Nach dem 4. Jahrgang – Abschluss der Grundschule,
nach dem 9. Jahrgang – Abschluss der Hauptschule,
nach dem 10. Jahrgang – Abschluss der Realschule, mittlerer Bildungsabschluss, Oberstufenreife.
Eine Oberstufe, die in drei Jahren zum Abitur führt, ist in Planung.

FRAGE 12
Was kostet die HagenSchule?
Die HagenSchule erhält staatliche Zuschüsse nach den Schulgesetzen und Richtlinien des Landes NRW. Diese Mittel reichen aber nicht zur Deckung der Kosten aus. Aus diesem Grunde ist die HagenSchule auf Förderer und Sponsoren angewiesen. Es gilt: kein Kind wird aus finanziellen Gründen abgelehnt. Über die Kostenbeiträge zum Ganztag informieren wir Sie gerne im persönlichen Gespräch.

FRAGE 13
Warum haben die Kinder so lange wie möglich dasselbe Pädagogenteam?
Nur in einer Gemeinschaft, die von Beständigkeit und Rhythmus geprägt ist, können Kinder sich gesund entfalten. Um ihnen darin eine verlässliche Stütze zu sein, begleitet ein Pädagogenteam die Lerngruppe nach Möglichkeit über drei Jahre lang. Dabei lernen die Pädagogen ihre Schüler sehr gut kennen und können individuell auf ihre Stärken und Schwächen eingehen. Die tägliche rund 2-stündige Freiarbeit und der tägliche mindestens 2-stündige Vernetzte Unterricht erfordern diese Struktur.

FRAGE 14
Kann ein Pädagoge in allen Fächern überhaupt qualifiziert unterrichten?
Der Pädagoge ist der beste Pädagoge, wenn er ein Lernender bleibt. Ein wissenschaftlich ausgebildeter Pädagoge kann sich in die meisten sachlichen Unterrichtsinhalte bis zum Jahrgang 10 einarbeiten. Das Pädagogenteam hat alle notwendigen fachlichen Kompetenzen. Die HagenSchule setzt dabei auf ein multiprofessionelles Team, dass Lehrer, Erzieher sowie pädagogisch oder anderweitig fachlich qualifizierte Mitarbeiter einschließt – schließlich hat jeder einzelne Mitarbeitende im Kontakt mit dem Kind eine pädagogische Wirkung.
Regelmäßige Fortbildungen – z.B. Montessori-Pädagogik – und Evaluation gehören zum Programm der HagenSchule. Der Großteil der Pädagogen hat eine bzw. befindet sich in der Montessori-Diplom-Ausbildung.

FRAGE 15
Muss ein Kind besonders begabt sein, damit es für die HagenSchule geeignet ist?
Nein, die HagenSchule ist eine Schule für alle Begabungsrichtungen. Die Pädagogen der HagenSchule sind bestrebt darin, dass ihre Schüler gleichzeitig ihren Verstand und ihre Kreativität zur Entwicklung ihrer Persönlichkeit entfalten können. In der HagenSchule gilt: Die Vielfalt von Begabungen und Charakteren ist Reichtum, nicht Belastung.

FRAGE 16
Spielen die Naturwissenschaften an der HagenSchule eine Rolle? Und wie steht sie zum Umgang mit dem Computer?
An der HagenSchule steht die Vermittlung von naturwissenschaftlichen Inhalten gleichgewichtig neben allen anderen Unterrichtsinhalten. Die Informatik und Medienerziehung sind fester Bestandteil an der HagenSchule, wobei die Pädagogen Wert darauf legen, dass sich die Kinder, bevor sie die virtuelle Welt kennen lernen, mit der natürlichen Welt vertraut machen und ihre sozialen und schöpferischen Fähigkeiten an ihr entwickeln. Der verantwortungsvolle Umgang mit den Möglichkeiten, die Computer geben, und eine verantwortungsvolle Mediennutzung sind für jeden HagenSchüler eine Selbstverständlichkeit.

FRAGE 17
Ist die HagenSchule konfessionell gebunden?
Die HagenSchule steht allen Kindern offen. Sie liegt in freier Trägerschaft und ist konfessionell nicht gebunden. Grundlage der Pädagogik ist das christliche Menschenbild.
Die Eltern entscheiden sich mit der Anmeldung ihrer Kinder an dieser Schule bewusst für eine Erziehung auf christlicher Basis, einen gelebten Glauben und Toleranz.

FRAGE 18
Kommen hauptsächlich Kinder mit Lernschwierigkeiten auf die HagenSchule?
Nein. An der HagenSchule sind Kinder mit den unterschiedlichsten Lernvoraussetzungen und Begabungsrichtungen. Sie können im gebundenen Ganztag,  altersgemischten Lerngruppen sowie mit den weiteren Rahmenbedingungen optimal auf ihre Individualität abgestimmt lernen.

FRAGE 19
Kommt die Vorbereitung auf die Abschlüsse nicht zu kurz, wenn an der HagenSchule so viele Praktika stattfinden, wenn Theater gespielt und handwerklich gearbeitet wird?
Nein. Viele Beispiele von reformpädagogisch orientierten Schulen beweisen, dass gerade Projekte und zusätzliche Aktivitäten die Arbeiten für die Abschlüsse unterstützen.

FRAGE 20
Warum hat die HagenSchule den Morgenkreis als festen Bestandteil des Schultags?
Der Mensch benötigt Rituale. Schulrituale sind Orientierungshilfen für Schüler und Lehrer und dienen damit der Schulkultur. Gerade für Kinder und Jugendliche ist die Wiederkehr einer Handlung, eines Tuns in gleicher äußerer Form, in ähnlichen Umständen und zu gleicher Zeit sehr wichtig. So eröffnet der Morgenkreis am Montag die Schulwoche und kennzeichnet den Wochenanfang als eine neu geschenkte Gabe und Aufgabe. Elemente des Morgenkreises sind Anschauung und Besinnung, Hören, Sehen, Fühlen, Schmecken, Riechen, Schreiten, Stillwerden und Sich-und-die-anderen-immer-mehr-wahrnehmen.

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